Archiv für August 2010

08
Aug

Das Embedded-Betriebssystem vxWorks der Intel-Tochter Wind River steckt in den unterschiedlichsten Geräten, nicht nur in Routern wie Apples Airport Extreme sondern auch in Switches, Druckern und VoIP-Telefonen. Es fährt in Navigationssystemen auf der Autobahn mit und im Rover der NASA auf dem Mars. Hardwarehersteller kaufen von Wind River Lizenzen für Module des Betriebssystems und bauen daraus ihre Firmware zusammen. Der falsche Umgang mit zweien dieser Module hat sich nun als Ursache für Sicherheitslücken in zahlreichen Geräten herausgestellt.
Das eine Modul ist der Debugger-Zugang über das Netzwerk. Während der Produktentwicklung erlaubt es dieser Remote-Debugger, den gesamten Gerätespeicher auszulesen und zu ändern sowie beliebige Funktionen aufzurufen – damit es schneller geht ohne jede Zugriffskontrolle. Dummerweise vergessen manche Hersteller, diesen Zugang im fertigen Produkt zu deaktivieren. Innerhalb kurzer Zeit konnte der Entdecker der Lücke über 450 betroffene Firmware-Versionen der unterschiedlichsten Geräte finden.

Gemeinsam mit dem US-CERT informierte er im Juni über 50 Hersteller von betroffenen Geräten. Bisher hat nur einer (Rockwell Automation) zu dem Problem Stellung genommen. Lediglich Cisco reagierte mit einem Firmware-Update für ein VoIP-Telefon. Doch offensichtlich haben auch andere Hardware-Entwickler ihren Fehler bemerkt, denn bei manchen Geräten sind nur einzelne, veraltete Firmware-Versionen betroffen. Beispielsweise stellte sich die Firmware des Apple Airport Extreme ab Version 5.4 als dicht heraus.

Der vxWorks-Debugger läuft auf dem UDP-Port 17185. Geräte, die dort nicht reagieren, sind nicht betroffen.

Das zweite Problem liegt in einem Modul, mit dem der Hardware-Hersteller einen Benutzernamen und das zugehörige Passwort fest in die Firmware einbauen kann. Die Prüfung des Passworts beim Login hat man bei Wind River etwas ungeschickt programmiert, sodass ein Angreifer nur rund 8000 Passwörter probieren muss. Dafür hat er alle Zeit der Welt, weil der FTP-Server von vxWorks beliebig viele Login-Versuche zulässt. Allerdings klappt das nur, wenn der Hardware-Hersteller den Default-Login in einem fertig konfigurierten System aktiv lässt, wovon Wind River abrät. Außerdem muss er die von Wind River gelieferten Passwort-Funktionen nutzen. Und der Angreifer muss den Namen des Default-Zugangs vorab kennen.

Wie viele Geräte von diesem Problem betroffen sind, geht aus den Meldungen nicht hervor. In der Regel finden sich die Standard-Usernamen und -Passwörter für die meisten Geräte ohnehin im Internet. Durch diesen Fehler wird die Suche nur etwas vereinfacht.

08
Aug

Freeze für Debian 6.0

Author: admin
Kategorie: Allgemein

Auf der DebConf10, die am 7. August zu Ende geht, haben die Debian-Entwickler den Software-Stand der kommenden Version 6.0 (Squeeze) eingefroren: Von jetzt an werden nur noch Bugs beseitigt und Feinheiten angepasst. Größere Änderungen wird es bis zum Erscheinungstermin – nicht mehr geben.
Damit stehen auch die wesentlichen Features von Debian GNU/Linux 6.0 fest: Squeeze wird den nicht mehr ganz frischen Kernel 2.6.32 und X.org 7.5 enthalten. An Desktops stehen KDE 4.4.5, Gnome 2.30, LXDE 0.5 und XFCE 4.6.2 zur Auswahl. Traditionell bringt Debian eine Vielzahl an Serveranwendungen und Entwicklerwerkzeugen mit, darunter Apache 2.2.16, MySQL 5.1.48, PostgreSQL 8.4.4, Samba 3.4, PHP 5.3.2, Python 2.6 und 3.1, Perl 5.10 und GCC 4.4. Außer mit Linux-Kernel wird es Squeeze auch in einer experimentellen Variante mit FreeBSD-Kernel und der von Debian gewohnten GNU-Umgebung geben.


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